Nehmt den Dank an, gopf!



Es kommt immer wieder vor, dass ihr euch merkwürdig benehmt, liebe Menschen. Den Eindruck hatte ich wieder einmal, als ich im Fernsehen die Werbung einer Bank sah. Darin bedankten sich Menschen bei anderen Menschen für etwas, was diese getan hatten. Letztere reagierten mit einem zähneweissen Lächeln und erklärten eifrig flötend: «Ich habe doch nur meinen Job gemacht.» Das tönt, als wäre, was sie gemacht haben, einzig und allein der Arbeit geschuldet. Es gehört zu ihren Aufgaben und sie sind dafür bezahlt. Folglich darf es von ihnen erwartet werden.

Man ist versucht zu meinen, dass ihr Menschen alles bloss tut, weil ihr euch dazu verpflichtet fühlt. Entsetzlich ist das! Wo bleibt denn da der Spass bei der Arbeit? Ganz zu schweigen von der erfüllenden Freude daran, anderen einen Gefallen zu tun, das unvergleichliche Erlebnis, wenn sich jemand bei euch wofür auch immer bedankt. Das wäre etwa gleich, wie wenn ich die Rabatte mit blühenden Sonnenblumen anlächeln würde, weil die Menschen der Ansicht sind, das gehöre sich so für einen Gartenzwerg, ich aber nicht das allergeringste Vergnügen an dem Anblick hätte. Ich würde wahnsinnig ob diesen Verrenkungen, das könnt ihr mir glauben.


Das ist bloss ein Missverständnis, werdet ihr jetzt hastig einwenden. Die Leute wollen nur zum Ausdruck bringen, dass sie das Getane gern gemacht haben. Menschenskind! Warum zum Kuckuck sagt ihr es nicht so? Geradeheraus und ohne umständlichen Schnickschnack. Einen Dank erfreut und vielleicht sogar geschmeichelt anzunehmen, kommt gut an. Ihr zeigt, dass ihr die euch entgegengebrachte Anerkennung würdigt. Und eurer eigenen Arbeit messt ihr erst noch den Wert zu, den ihr von anderen Menschen sowieso erwartet.


Mehr Dankbarkeit dem Dank gegenüber wünscht euer Köbi