Aus dem Takt



Seid ihr im Takt, liebe Menschen? Was ist denn das für eine sonderbare Frage, die dieser sonderbare Zwerg stellt, werdet ihr euch jetzt sagen. Aber sicher doch, werden jene unter euch erwidern, die Musik machen. Das Taktgefühl gehört zur Musik wie die Kirsche auf das Stück Schwarzwäldertorte. Jeder Musiker hat es im Blut. Menschen, die Musik hören, schunkeln gerne mit der Melodie, aber ansonsten fühlen sie sich doch eher rhythmusfrei und taktlos.


Spannend finde ich, dass auch Leute, die auf den Rhythmus reagieren wie eine Person mit Heuschnupfen auf den Duft des blühenden Flieders das Wort Takt automatisch mit Musik verbinden. Dabei könnt ihr Menschen euch nicht nur im Takt bewegen, sondern euch auch mit Takt benehmen.


Gebt es zu: Ihr wisst das wohl, nur wollt ihr es nicht immer wahrhaben. Im Alltag scheint ihr mitunter den Takt gar nicht mehr zu kennen. Ihr schneidet anderen Menschen auf der Strasse den Weg und in Gesprächen das Wort ab. Oder ihr schneidet gleich die Person als ganzes, deren Nase euch nicht passt. Sogar mir kauft ihr den Schneid ab, wenn ihr mich zur Strafe für mein freches Maul den Winter über in die modrige Kiste mit den Sitzkissen und der geblümten Überdachung für die Hollywoodschaukel steckt.


Menschenskind! Warum fallt ihr immer wieder aus dem Takt? Ihr mögt es harmonisch, oder etwa nicht? Eben. Wenn ihr im Takt bleibt, klingt nicht nur die Musik schöner, auch eure Laune hebt sich und ihr geht beschwingter durchs Leben.


Viel Taktvolles wünscht euer Köbi