Macht doch, was ihr wollt



Ab und zu komme ich bei euch Menschen wirklich nicht draus. Da tut ihr andauernd Dinge, die ihr machen müsst, und welche, von denen ihr annehmt, dass ihr sie tun solltet. Doch weder die einen noch die anderen bereiten euch Freude, und ihr macht sie auch überhaupt nicht gerne. Dafür lasst ihr jene Dinge, die ihr liebend gerne tun möchtet, bleiben.


Ich sehe euch, wie ihr jeden Morgen aus dem Haus pressiert, Kopfhörer auf den Ohren, und einer unsichtbaren Person die Hucke volljammert. «Ich muss», «ich darf nicht», «keine Zeit», «es liegt nicht drin» sind Satzfetzen, die ich regelmässig höre. Ihr findet immer einen Grund, warum das eine sein muss und das andere nicht machbar ist. Am Abend spielt sich das gleiche Theater noch einmal ab. Nur dass euer Tonfall noch gereizter geworden ist und die Miene sich weiter eingedunkelt hat.

Kaum zu Hause angekommen, geht es weiter mit Dingen, die es zu tun gilt, und solchen, die nicht unterlassen werden dürfen. Ihr stösst den Rasenmäher durch den Garten, führt den Hund Gassi, spielt Unihockey mit den Kindern, rennt im Joggingdress durch Pärke und dabei achtlos an den proper bepflanzten Blumenbeeten vorbei. Ganz zu schweigen davon, dass ihr uns Gartenzwerge links liegen lasst.

Das darf doch nicht wahr sein. Wo bleibt da der Spass im Leben? Menschenskind! Pfeift auf die vorgeblichen lästigen Pflichten und macht endlich, was ihr wollt. Ungeniert und ungerührt. Tut Dinge, die nicht sein müssen oder noch besser, die sich nicht geziemen. Denn gerade deswegen sind sie doch so gei…!

Mehr Mut zu ungeziemenden Dingen wünscht euer Köbi

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