Vom Regen in die Hängematte



Wisst ihr, wie es in einer Waschküche ist, liebe Menschen? Wenn der Trockner mit sich selbst um die Wette rotiert und die Bettlaken klitschnass und leblos an der Wäscheleine baumeln? Genau: stickig und schwül, dämpfig und drückend. So jedenfalls fühlte es sich in letzter Zeit bei uns im Garten an. Kaum dass die Sonne mir einmal tüchtig auf die Kappe brannte, rauschten Gewitter über uns hinweg. Es schiffte, ja es goss aus Kübeln, als hätte Petrus eben sein ganzes Badewasser abgelassen. Hinterher bot sich ein Bild des Jammers: Die Beete waren geflutet, der Kohlrabi ersoffen und die Salatköpfe von Schnecken erobert. Und mir hing die Mütze wie ein durchtränkter Waschlappen vom Kopf.

Menschenskind! Was für ein Sauwetter! Das hält kein Schwein aus – und schon gar kein Gartenzwerg. Nach jeder der Sintfluten habe ich mit einem Eimer Wasser geschöpft, den Dreck von den Blüten der Zucchini gekratzt, die Rabatte wieder in Reih und Glied gebracht und ich bin mit der Hacke dem Unkraut zu Leibe gerückt. Kaum fertig mit der botanischen Rettungsaktion, musste ich entgeistert zusehen, wie das nächste Unwetter alle meine Anstrengungen überspülte und unterminierte.


Inzwischen habe ich bleischwere Arme, einen krummen Rücken, wunde Füsse und eine Mütze, die mir andauernd im Gesicht klebt. Ich kann nicht mehr! Wenn das so weitergeht, kriege ich ein Burnout. Höchste Zeit, Pause zu machen, Harke und Co. in eine Ecke zu stellen, meine Hängematte vom angesammelten Staub zu befreien und mich mit letzter Energie hinzulümmeln.


Und wer schaut derweilen zum Garten und zum Gemüse? Wie wärs mit euch liebe Menschen? Dann wird euch endlich mal bewusst, was ihr an uns Gartenzwergen habt. Als Gegenleistung blogge ich in den nächsten Wochen nicht und verschone euch vor weiterem Kluggeschwätz, was ihr sonst im Leben alles tun könntet oder doch lieber sein lassen solltet. Na, schlagt ihr ein?


Eine regenfreie und köbilose Zeit wünscht euer Köbi