Wie ihr glückliche Pendler werdet



«Glückliche Pendler gibt’s nur bei Lego.» Diesen kecken Titel habe ich einmal in einer Zeitung gelesen. Darüber stand ein grosses Bild mit kleinen Legofiguren. Sie lächelten wohl scheu in die Kamera, aber glücklich schienen sie nicht zu sein. Kunststück! Schon als Gartenzwerg ist es manchmal nicht einfach, ob des braven Dauerlächelns nicht auszuflippen und vor aller Welt obszöne Grimassen zu schneiden. Eine Legofigur hat es noch schwieriger. Sie muss nicht nur fröhlich sein, sondern wird auch andauernd auf genoppte Steine oder Bretter gesteckt. Das kommt mir vor, wie wenn man mich am Rand eines Rosenbeetes auf den Boden betonieren würde. Unglaublich, so was! Wir laufen nicht einfach davon, selbst wenn das Dasein als Legomännchen oder Gartenzwerg manchmal zum Abseckeln ist.


Aber ich will nicht jammern, sondern von den Pendlerinnen und Pendlern reden. Die, wenn es sich nicht um Legofiguren handelt, erst recht unzufrieden sind. Warum ist das so? Es gibt doch nichts schöneres, als gemütlich im Zug oder Tram zu sitzen und sich an sein Ziel chauffieren zu lassen. Ohne sich Gedanken über den Weg machen zu müssen oder sich über die Fahrweise anderer Leute auf der Strasse aufzuregen.


Menschenskind! Stellt euch nicht so an. Nutzt die Zeit, die ihr pendelt, anstatt euch über deren Verlust zu ärgern. Ihr könnt lesen, dösen, Musik hören (aber bitte mit Kopfhörer, damit die anderen Fahrgäste nicht mithören müssen), Aufgaben machen, eine Sprache lernen, aus dem Fenster gucken. Warum nicht mit der adretten Sitznachbarin ein Gespräch führen? Nein, nicht übers Wetter oder sonstiges überflüssiges Zeug. Vielmehr über das Leben und was euch wirklich bewegt. Das tut euch Menschen gut, die Reise vergeht wie im Flug und ihr kommt erst noch entspannt am Ziel an.


Glückliches Pendeln wünscht euer Köbi