Gebt endlich Ruhe!

4.11.2019

 

Kinder sind lebhafte Wesen. Sie flitzen wie Rennmäuse, hüpfen wie Gummibälle, springen wie Gämsen. Und sie sind laut! Schreien, brüllen, kreischen, quietschen – all das muss ich mir anhören, wenn ich im Garten stehe und lieber dem Gras beim Wachsen zuhören möchte. Dass ich nicht der einzige bin, dem sie damit an den Nerven sägen, habe ich längst herausgefunden. Die Erwachsenen mühen sich nach Kräften ab, um die Wirbelwinde zu bändigen, sie zum Stillstand und zum Verstummen zu bringen. Dabei sind sie alles andere als ein in sich ruhendes Vorbild.

 

Ihr Menschen könnt kaum stillhalten und schon gar nicht ruhig sein. Immer muss etwas oder ihr selber laufen. Wenn das mal ausnahmsweise nicht so ist, dann läuft euer Mundwerk. Ob im Tram, beim Einkauf, in der Betriebskantine, auf dem Zeltplatz, im Kunstmuseum, beim Waldspaziergang. Immerzu plappert es. Nicht einmal in der Kirche, beim Joggen oder im Bett könnt ihr den Schnabel halten. Und selbst wenn ich euch alleine sehe, gebt ihr keine Ruhe. Entweder ihr hängt an euren Mobiltelefonen und redet auf jemand Unsichtbares ein oder ihr führt Selbstgespräche. Würde ich so viel reden, ich hätte glatt Muskelkater in meinem Kiefer.

 

Menschenskind! Seid doch endlich einmal still. Ihr findet sonst nicht nur keine Ruhe, ihr nehmt sie auch den anderen Menschen um euch herum. Setzt euch lieber hin und hört anstatt euch der Welt zu. Ihr werdet berauscht sein von der Vielfalt an Geräuschen.

 

Einen stillen Genuss wünscht euer Köbi

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